MEDIEN
 
12. Mai 2021
Mineralölbranche leistet ihren Beitrag / Mit Drop-In-Fuels in Richtung Netto-Null
Die Einführung der Biotreibstoffe im Schweizer Markt stellt eine der bedeutendsten Klimaschutzmassnahmen der vergangenen Jahre dar. Diese steht sinnbildlich für die wichtige Rolle der Mineralölindustrie bei der nachhaltigen Energieversorgung.
 
 
 
 
12. Mai 2021
CO2-Gesetz - Anreize statt Verbote
Das neue Gesetz baut auf dem bisherigen auf - teilweise auf Kosten der unternehmerischen Freiheit. Technologieneutralität und nicht ideologische Vorgaben helfen dem Klima, lautet deshalb das Credo von Biofuels Schweiz.
 
 
 
 
11. Mai 2021
Weniger Biodiesel, weil Frittieröl fehlt
Durch das Frittieren entsteht im Gastrobereich Altspeiseöl. Werner Humbel verwertet dieses zu Biodiesel. Doch die Schliessung der Gastrobetriebe stellt ihn vor Herausforderungen. Die Hoffnung gilt nun dem Sommer.

Quelle: Ursula Ruch, Schweizer Bauer vom 05.05.2021

 
 
 
 
01. April 2021
'Eptinger' setzt beim Transport auf Biodiesel
Quelle: Volksstimme Nr. 38 vom 01. April 2021
Webseite: Eptinger - CO2-Neutral unterwegs
 
 
 
 
30. März 2021
Schöni und Eptinger - gemeinsam CO2-neutral unterwegs
Seit Januar 2021 werden die Getränke der Mineralquelle Eptingen AG von der Rothrister Transportfirma Schöni Transport AG zu den Kunden geliefert. Für Eptinger setzt Schöni auf eine neue Flotte, welche mit 100% Biodiesel betrieben werden kann. Somit gelangt jetzt Eptinger Mineralwasser CO2 neutral zu den Kunden.
 
 
 
 
23. März 2021
Die Schöni Transport AG ist Gewinner des Eco Performance Award 2020
Rothrist, im März 2021. Am 19. März 2021 hat die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Stölzle (Institut für Supply Chain Management der Universität St. Gallen) im Rahmen einer digitalen Veranstaltung die Eco Performance Awards 2020 „Innovations for Sustainable Road Freight Transport“, Europas führende Auszeichnung für Nachhaltigkeit im gewerblichen Strassengüterverkehr, vergeben. Die Schöni Transport AG gewinnt dabei den Award in der Kategorie KMU.
 
 
 
 
16. März 2021
Die Verwendung von gebrauchtem Speiseöl zur Produktion von Flugkraftstoff ist ein klimapolitischer Irrweg
EWABA und MVaK legen Studie vor 'Conversion efficiencies of fuel pathways for Used Cooking Oil'

Gemeinsam mit seinem europäischen Schwesterverband EWABA hat der MVaK die Studie „Conversion efficiencies of fuel pathways for Used Cooking Oil“ in Auftrag gegeben. Diese hat untersucht, wo gebrauchte Speiseöle (UCO = Used Cooking Oil) am effizientesten für den Klimaschutz im Verkehr eingesetzt werden: zur Biodiesel-Produktion, zur HVO-Produktion, zur HEFA-Produktion oder im Co-Processing.

Hintergrund für die Beauftragung der Studie ist unsere Sorge, dass die Europäische Kommission in ihrem anstehenden ReFuelEU-Vorschlag eine undifferenzierte Verwendungspflicht für erneuerbare Flugkraftstoffe vorsieht. In der Folge könnte unseren mittelständischen Mitgliedern die Rohstoffbasis entzogen werden. Bisher für die Biodiesel-Produktion genutztes UCO könnte in die Produktion von HEFA (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids)-Flugkraftstoffen umgeleitet werden.

Eine undifferenzierte Verwendungspflicht von zum Beispiel 2 % in 2025 würde in der EU etwa 1,1 Mio. t erneuerbare Flugkraftstoffe erfordern. Als UCO-HEFA würde dies unserer Branche, die heute etwa 2,5 Mio. UCO einsetzt, einen Großteil ihrer Rohstoffbasis entziehen. Gleichzeitig würde diese Menge dem Straßenverkehr und der Schifffahrt als UCO-Biodiesel (UCOME = Used Cooking Oil Methyl Ester) entzogen.

Die Studie zeigt: UCOME hat die höchste Treibhausgas-Emissionsminderung (90 %) und die niedrigsten Produktionskosten. UCO-HEFA dagegen die niedrigste Treibhausgas-Emissionsminderung (76 %) und die höchsten Produktionskosten.

Damit zeigt die vorliegende Studie auch mögliche Konsequenzen einer undifferenzierten EU-Klimapolitik auf: Die Umleitung von UCO aus der Biodiesel- Produktion in eine HEFA-Produktion würde die Bemühungen der EU zur Treibhausgasminderung des gesamten Verkehrssektors konterkarieren. Sie würde bei Einführung einer undifferenzierten Flugkraftstoff-Verwendungspflicht von 2 % in 2025 zu 1 Million Tonnen mehr Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor führen!

Deshalb ist auch die Entscheidung der Bundesregierung, ab 2026 eine Verwendungspflicht von ausschließlich erneuerbaren Energien nicht-biogenen Ursprungs in der Luftfahrt einzuführen, der klimapolitisch richtige Schritt.

Quelle: lifePR, MVaK
 
 
 
 
04. März 2021
Elektroautos und Akkus
Die Pariser Klimaziele haben eine neue Energieära eingeläutet. Die Verdrängung fossiler durch «grüne» Energien bedeutet aber nicht zwingend, dass diese sauberer sind. Der Klimahoffnungsträger Elektroauto verbraucht etwa deutlich mehr Mengen an Rohstoffen als ein konventionelles Auto.

Von über 1,3 Milliarden Kraftfahrzeugen weltweit waren 2019 knapp acht Millionen elektrisch angetrieben. Laut der Internationalen Energieagentur könnten bis 2030 weltweit zwischen 140 und 245 Millionen Elektroautos unterwegs sein. Herzstück eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs ist der Akku, für den neben Kobalt, Grafit und Nickel vor allem Lithium benötigt wird. Die Weltbank rechnet mit einer Verfünffachung der Nachfrage nach Batteriemetallen bis 2050.

Der mit Abstand grösste Lithiumproduzent der Welt ist Australien mit jährlich 42000 Megatonnen. Australiens Weltmarktanteil liegt bei über fünfzig Prozent. Der Löwenanteil wird nach China verschifft und dort weiter zu batterietauglichem Lithiumhydroxid verarbeitet, denn China dominiert die weltweite Batterieproduktion. Weitere wichtige Lithiumproduzenten sind Chile, Argentinien und Bolivien. Dort wird das Lithium allerdings unter hohem Wasserverbrauch aus Salzseen gefördert und zunächst zu Lithiumkarbonat angereichert, bevor es in Lithiumhydroxid umgewandelt wird.

Die Klimabilanz von Lithium-Ionen-Batterien ist schwer zu bemessen, denn es fehlt an Datenmaterial. Je nach Berechnungsmodell könnte etwa ein Elektroauto gegenüber einem Dieselfahrzeug erst nach sieben Jahren Betrieb C02 einsparen. Alf Hornborg, Humanökologe und Professor an der Universität Lund in Schweden, kritisiert deshalb, dass grüne Technologien als klimasmart und entmaterialisiert dargestellt werden. «Nun beginnen wir zu sehen, dass diese <ökomodernistischen> Lösungen illusorisch sind und dass die C02-Emissionen und Umweltprobleme so nur verlagert werden.»

Quelle: Linda Osuky, WoZ
 
 
 
 
03. März 2021
Frittieröldiesel für den Klimaschutz
Biotreibstoffe reduzieren in der Schweiz 600 000 Tonnen CO2 pro Jahr – Tendenz steigend

Am Kaskadenprinzip «Teller-Trog-Tank» führt kein Weg vorbei. Der politische Wille lässt diesbezüglich keine Zweifel offen. Dass Nahrungs- und Futtermittel zu Treibstoffen verarbeitet werden, kommt in der Schweiz nicht infrage. Nur Abfälle und Reststoffe wie zum Beispiel Frittieröl oder Holzreste werden als Rohstoffe für Biotreibstoffe akzeptiert. Die gesetzliche Grundlage dazu liefert das CO2-Gesetz.
 
 
 
 
05. November 2020
127 neue MAN-Busse für Oslo – betrieben mit 100 % Biodiesel
Ab sofort sind auf Oslos Straßen und den angrenzenden Regionen 127 neue MAN Lion’s City Busse unterwegs. Das norwegische Busunternehmen Unibuss erwarb drei verschiedene Modelle des deutschen Traditionsherstellers, die im öffentlichen Nahverkehr zum Einsatz kommen sollen und pro Bus bis zu 57 Sitzplätze bieten. Betrieben werden die Busse dort ausschließlich mit Biodiesel. Für den entsprechenden Antrieb sorgen der D2066 LUH Dieselmotor und ein 290 PS starkes D0836 Triebwerk, die der Euro-6d-Abgasnorm entsprechen. Die Wahl des norwegischen Unternehmens fiel vor allem zur möglichen Verwirklichung der hohen Klimaziele auf die mit Biodiesel betriebenen MAN Lion’s City Busse. Denn der als Treibstoff verwendete Biodiesel verursacht bis zu 90 % weniger Treibhausgasemissionen als herkömmlicher Diesel, so Øystein Svendsen, CEO von Unibuss.

Quelle: DEKRA
 
 
 
 
22. Juni 2020
Biosprit für den Schiffstank
Bisher ist die Schifffahrt alles andere als umweltfreundlich, denn ihre Kraftstoffe erzeugen grosse Mengen Kohlendioxid, Russ und andere Luftschadstoffe. Das wollen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) ändern. Sie haben einen Biosprit entwickelt, der aus Pflanzenabfällen hergestellt wird und beim Verbrennen weniger schädliche Abgase erzeugt. Dafür werden zunächst Pflanzenreste zu Alkohol vergoren. "Ob Stroh, Laub, Sägemehl oder Restholz - als Ausgangsrohstoff für das Bioethanol können wir fast alles verwenden", erklärt Teamleiter Andreas Menne. Dann wird der Alkohol verdampft und durch Aktivkohle geleitet, die mit einem Katalysator beschichtet ist. Dadurch entstehen aus dem Ethanol Kohlenwasserstoffe, die zu Kraftstoffen wie Schiffsdiesel weiterverarbeitet werden können.

Wie Tests ergaben, setzt dieser Biokraftstoff weniger Luftschadstoffe und bis zu 30 Prozent weniger Kohlendioxid frei. Die Technologie ist bereits marktreif und für Schiffdiesel einfach umzusetzen: "Unser Verfahren ist so unkompliziert, dass die Reedereien ihren Diesel selbst produzieren könnten", sagt Menne. "Dann wäre die Zeit der grossen Stinker bald vorbei".

Quelle: bild der wissenschaft 07-2020
 
 
 
 
27. April 2020
Scania Green Truck Edition – auch mit Biodiesel
Der Weg zur Nachhaltigkeit ist eine stetige Entwicklung. Möglicherweise endlos. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für unsere Umwelt.


Um verschiedene Aspekte rund um das Thema Biodiesel genauer zu beleuchten, hat die "Scania bewegt" Redaktion ein Gespräch mit Ueli Frei, Geschäftsführer Biofuels Schweiz, geführt.

Das Interview finden Sie hier.
 
 
 
 
15. März 2020
Energie: Biotreibstoffe werden immer wichtiger
Aus Frittieröl wird Biotreibstoff: Lohnunternehmer Hans Berger ist einer von sieben Biodieselproduzenten der Schweiz. Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, verbuchen Biotreibstoffe einen Wachstumsrekord.

Quelle: Schweizer Bauer

 
 
 
 
25. Februar 2020
Heizen wir bald mit gereinigtem Altspeiseöl?
Porträt des Tessiner Umweltwissenschafters Markus Wilke


Der Tessiner Umweltwissenschafter Markus Wilke hat zusammen mit dem Bündner Energietechniker Marcel Caminada eine neue Technologie entwickelt, die es ermöglicht, sogenannte biogene Brennstoffe wie gereinigtes Altspeiseöl in herkömmlichen Ölheizungen schadstoffarm zu verbrennen. Diese Technologie wurde vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf ihre Konformität mit der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1) erfolgreich geprüft. (...)

Unter folgendem Link finden Sie das Interview: SNV-Story
 
 
 
 
29. Januar 2020
Emissionsmessungen bei der Verbrennung biogener flüssiger Brennstoffe
Im Auftrag des BAFU wurden im Jahr 2019 an der FHNW Emissionsmessungen bei der Verbrennung von biogener Flüssigbrennstoffe durchgeführt. Der Abschlussbericht ist nun veröffentlicht.
 
 
 
 
28. November 2019
Mit Frittieröl die Bilanz schmieren
Der Verbrauch von Diesel aus Frittieröl boomt in der Schweiz. Die inländische Produktion ist ökologisch sinnvoll, doch neunzig Prozent des Agrotreibstoffs werden von weither importiert.

Quelle: WoZ, 28.11.2019
 
 
 
 
29. August 2019
Grünabfall im Tank
Biotreibstoffe vermindern den CO2-Ausstoss beträchtlich und sind ein oftmals verkannter Hoffnungsträger für sauberere Mobilität.

Artikel aus der Handelszeitung:
 
 
 
 
21. August 2019
Bundesrat will Biotreibstoffe weiterhin fördern
Die nationalrätliche Umweltkommission will die Steuererleichterungen auf Erdgas, Flüssiggas und biogenen Treibstoffen bis Ende 2021 verlängern. Der Bundesrat ist einverstanden damit. Er möchte aber die Totalrevision des CO2-Gesetzes schneller vorantreiben.

Ein rechtzeitiges Inkrafttreten auf den 1. Januar 2021 sei gegenüber der entworfenen Zwischenlösung klar zu bevorzugen, schreibt die Regierung in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme zu einer parlamentarischen Initiative. Der vorliegende Entwurf dürfe nicht dazu führen, die parlamentarische Debatte zur Totalrevision des CO2-Gesetzes weiter zu verzögern.

Der Erlassentwurf der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK-N) sieht vor, dass die seit dem 1. Juli 2008 geltenden und bis Ende 2020 befristeten Steuererleichterungen für umweltschonende Treibstoffe weiter gewährt werden.

Zwar sollen die Massnahmen dereinst mit dem totalrevidierten CO2-Gesetz in anderer Form wirken. Das Reformprojekt wird aber voraussichtlich nicht rechtzeitig in Kraft treten. Die Urek will deshalb die Steuererleichterungen bis zum Inkrafttreten des revidierten Gesetzes verlängern, längstens bis Ende Dezember 2021.

Wirksame Massnahmen
Minderheiten der Kommission wollen sicherstellen, dass Massnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen über 2021 weitergeführt und verschärft werden, falls keine Totalrevision des CO2-Gesetzes erfolgen sollte. Eine Minderheit beantragt, nicht auf die Vorlage einzutreten.

Die Arbeiten gehen auf eine parlamentarische Initiative des Aargauer FDP-Nationalrats Thierry Burkart zurück, welcher die Umweltkommissionen beider Räte zugestimmt hatten. Burkart argumentierte, dank der Steuererleichterungen sei der Verbrauch alternativer Treibstoffe stark gestiegen, und diese erzeugten weniger CO2 als Benzin und Diesel.

Gemäss geltendem Recht ist für Erd- und Flüssiggas zur Verwendung als Treibstoff die Mineralölsteuer pro Liter 40 Rappen tiefer als jene für Benzin und Diesel. Für biogene Treibstoffe wird eine Steuererleichterung auf Gesuch hin gewährt, wenn bestimmte Anforderungen erfüllt sind. So müssen die biogenen Treibstoffe vom Anbau der Rohstoffe bis zum Verbrauch erheblich weniger Treibhausgasemissionen erzeugen als fossiles Benzin.

Quelle: cash, 21.08.2019
 
 
 
 
21. August 2019
"Es besteht heute schon ein Verteilkampf"
Recycling Energie betreibt in Nesselnbach AG die grösste Biogasanlage der Schweiz. Im Gespräch mit energate erläuterte Geschäftsleiter Werner Humbel unter anderem, wie er das Potenzial für Biomasse in der Schweiz einschätzt.

energate: Herr Humbel, die Biogasanlage in Nesselnbach ist über die Jahre ständig gewachsen und nutzt heute allein rund einen Fünftel der Speisereste in der Schweiz. Wie hat sich das System zuletzt entwickelt?

Humbel: Wir produzieren heute Ökostrom, Biogas, Abwärme, Biodiesel und Naturdünger und sind insgesamt bei einer Auslastung von annähernd 100 Prozent.

energate: Gibt es einen Aspekt, der sich noch ausbauen lässt?

Humbel: Wir hätten genügend Abwärme, um weitere Kunden zu beliefern, finden aber keine Abnehmer dafür in unserem Einzugsgebiet. Sollte es Interessenten in der Region geben, wären wir also froh um ihre Anfragen. Wir sehen beim Biodiesel noch Potenzial, doch da beschäftigt uns zurzeit das absehbare Ende der Steuerbefreiung für den Energieträger. Diese läuft Ende Juni 2020 aus und es gibt noch keine klare Nachfolgeregelung.

energate: Ist denn die Nachfrage nach Biodiesel in der Schweiz vorhanden?

Humbel: Die Nachfrage ist da. Wir haben 2002 mit der Produktion von Biodiesel begonnen und heute allgemein veränderte Vorzeichen: Damals wollte niemand unseren Biodiesel kaufen, heute gelten die zur Produktion nötigen Restöle und Abfälle als Rohstoffe und sind knapp.

energate: Wieviele Systeme der Grössenordnung von jener in Nesselnbach wären in der Schweiz denn aufgrund der einheimischen Biomasse umsetzbar?

Humbel: In der Schweiz bestehen etwa 130 Biogasanlagen, davon sind sieben mit unserer vergleichbar. In der Regel verwerten diese Anlagen Abfallstoffe. Die Biomasse ist in der Schweiz praktisch verteilt. Dennoch hat der Bund rund weitere 60 Anlagen mit Einspeisevergütung bewilligt. Ich gehe davon aus, dass etwa die Hälfte davon umgesetzt wird. Dann ist die Abfallverwertung hierzulande ausgeschöpft. Es besteht jetzt schon ein Verteilkampf. Sollten also weitere Grossanlagen dazukommen, beginnt die Verdrängung.

energate: Wird die inländische Produktion von Biogas in der Schweiz ausreichen, um die Ziele auf dem Wärmemarkt von 30 Prozent bis 2030 zu erfüllen?

Humbel: Eines der Probleme ist meiner Meinung nach, dass die wenigsten Biogasanlagen an das Erdgasnetz angeschlossen sind. Oft liegt das daran, dass kein solches Netz in der Umgebung verfügbar ist. Die Produktion ist also auch von den Gegebenheiten abhängig, nicht nur von den verfügbaren Rohstoffen. Wir für unseren Teil hatten das Glück, eine Leitung in der Nähe vorzufinden und über eine Grossanlage zu verfügen. So rechnete sich die Einspeisung vom ersten Tag an. Aber auch darüber hinaus ist es so, dass richtig grosse Mengen von Biogas in der Schweiz immer den Weg über den Import nehmen werden. Auf der Produktionsseite wird Biogas hierzulande angesichts der Gesamtmenge immer eine Nische bleiben.

energate: Welche Massnahmen in Bezug auf Biomasse wären von der Politik nötig?

Humbel: Auf jeden Fall ist es sinnvoll, wenn in der Schweiz auch weiterhin keine Lebensmittel in den Biogaskreislauf kommen, um allfällige Ziele zu erfüllen, sondern ausschliesslich Abfälle. Ein wichtiger Aspekt ist zudem der Auslauf der Investitionsbeiträge im Jahr 2031. Für die Zeit danach müssen wir uns jetzt bereits Gedanken machen. In der Schweizer Energiepolitik wird das Thema erneuerbare Energien auch vor dieser Tatsache sehr stiefmütterlich behandelt. Von der heutigen politischen Ausgangslage her würden wir bei der Recycling Energie AG ab 2031 jedenfalls keinen Strom aus Biomasse mehr produzieren. Wir wünschen uns insgesamt eine längerfristige Energiepolitik, die auch entsprechende Investitionen ermöglicht.

Quelle: energate-messenger.ch, 21.08.2019
 
 
 
 
24. April 2019
Mit Biofuels CO2 einsparen, bis Alternativen vorhanden sind
Die Ölbranche bewirbt erneuerbare Treibstoffe zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Im Gespräch mit energate erklärt Ramon Werner, Präsident von Biofuels Schweiz und Vorstandsmitglied der Erdöl-Vereinigung, welche Rolle die Energieform in der Klimapolitik genau spielen soll.

energate: Herr Werner, wie hoch ist das inländische Potenzial für Biofuels?

Werner: Gemäss den Schweizer Normen dürfte sowohl im Bereich Treibstoff als auch im Bereich Brennstoff mit 7 bzw. 5 Prozent ein deutlich höherer Anteil an Biofuels beigefügt werden als dies tatsächlich der Fall ist. Das wäre das Potenzial, das man ohne Anpassungen ausschöpfen könnte. Das zeigt sich am Beispiel EU-Raum, wo die Beimengung von bis zu 10 Prozent Ethanol erlaubt ist.

energate: Woher stammen die Bioanteile in den Brenn- und Treibstoffen in der Schweiz?

Werner: Hauptsächlich aus Europa. Die Bio-Komponenten in den Brenn- und Treibstoffen dürfen gemäss Gesetz nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion stehen und müssen umweltgesamtverträglich sein. Falls sie diese Kriterien erfüllen, gibt es dafür einen Nachweis. Die Herkunft und die Zusammensetzung sind also nachvollziehbar. Es gibt verschiedene lokale Produzenten in der Schweiz, die nach diesen Vorgaben Bio-Komponenten für Biofuels herstellen. Der Importanteil ist allerdings deutlich höher.

energate: Die Kosten für Biofuels sind nach Ihren Ausführungen nur geringfügig teurer als für gängige Treib- und Brennstoffe. Welche Rolle spielen politische Entscheide in dieser Rechnung?

Werner: Biotreibstoffe sind von der Mineralölsteuer befreit. Der dadurch entstehende Steuerausfall wird allerdings auf die fossilen Treibstoffe aufgeschlagen. So holt sich der Bund die Erträge zurück. Würde diese Steuerbefreiung aufgehoben, würde der Bioanteil signifikant teurer. Die Kosten würden auf den Konsumenten überwälzt, was den Benzinpreis nach unseren Berechnungen um über 20 Rappen erhöhen würde. Dann gäbe es nur eine Möglichkeit, den Anteil an Bio-Komponenten an den Tankstellen zu erhöhen: Eine Pflicht zur Beimischung. Das gleiche gilt auch für Brennstoffe. Da sind Bioanteile von der CO2-Steuer befreit.

energate: Die Branche hat sich bereits gegen eine solche Pflicht ausgesprochen.

Werner: Die heutige Befreiung der Biotreibstoffe von der Mineralölsteuer und die Kompensation der dadurch entfallenden Erträge über fossile Energie ist für uns der richtige Weg. Die daran beteiligten Akteure haben lange gebraucht, bis sich das System etablierte, aber heute ist es eingespielt. Eine Änderung würde uns erneut um Jahre zurückwerfen. Die Schweiz ist wie erwähnt strenger in der Beurteilung von Biotreibstoffen als die EU. Spannend in der Diskussion ist für uns, ob die Politik diese Auflagen aufrechterhalten will. Der Bundesrat hat sich dafür ausgesprochen, die Gesetzgebung an den EU-Raum anzugleichen. Wir als Branche würden das begrüssen.

energate: Sie möchten darüber hinaus, dass Biofuels für den Wärmemarkt, also Brennstoffe, bessergestellt werden. Neben der Anerkennung durch das BAFU fordern sie die Identifikation der Produkte über Zolltarif-Nummern sowie die Einführung der Massenbilanzierung. Wo stehen Sie da?

Werner: Die Massenbilanzierung ist abhängig von politischen Prozessen, deren Ablauf sich nicht beschleunigen lässt. Die Anerkennung durch das BAFU liesse sich innerhalb von wenigen Monaten umsetzen. Wir führen Gespräche mit den Verantwortlichen. Bei der Oberzolldirektion müssen wir wohl noch einmal an höchster Stelle vorsprechen. Die Bereitschaft, unsere Produkte über Zolltarifnummern zu identifizieren, ist bekanntermassen relativ klein. Aber ich bin zuversichtlich und habe nicht die Erfahrung gemacht, dass in den Institutionen sich jemand aus grundsätzlichen Gründen gegen unsere Anliegen stellt.

energate: Wie nehmen Sie die öffentliche Meinung wahr zum Thema Biofuels?

Werner: Es gibt Leute, die uns vorwerfen, dass wir mit Biofuels das Leben der fossilen Energien verlängern wollen. Das ist nicht der Fall. Dass wir nach Möglichkeiten suchen, um neue Marktmodelle zu entwickeln, die fossile Energien ersetzen, ist sinnvoll. Aber in der Schweiz werden immer noch die meisten Gebäude mit Öl geheizt und nur ein kleiner Teil der Fahrzeuge fährt heute ohne Verbrennungsmotor. Letzteres zeigt sich jährlich an der Zahl der Neuzulassungen.

energate: Welche Rolle können Biofuels da spielen?

Werner: Durch den Einsatz von Biofuels sparen wir kurzfristig CO2 ein, bis wir Alternativen für fossile Energien entwickelt haben. Wir verlängern also nicht das Leben dieser Energieformen, sondern setzen gesunden Menschenverstand ein. Allein in der Schweiz können wir im Verkehr durch Biofuels jährlich 550.000 Tonnen an CO2 einsparen. Es ist unbestritten, dass die Gesellschaft weg vom Öl will. Auch die Ölbranche selbst akzeptiert dieses Ziel. Aber die Entwicklung muss sinnvoll sein, nachhaltig. Und sie muss bezahlbar sein. Wenn die Kosten zu hoch sind, haben neue Lösungen bei der Mehrheit der Bevölkerung keine Chance.

Quelle: energate-messenger.ch, 24.04.2019
 
 
 
 
04. April 2019
7. Bioenergie-Forum: Heizen mit Biogas und Biofuels
Wirksamer Klimaschutz erfordert den sukzessiven Ausstieg aus den fossilen Energien, namentlich im Gebäudebereich. Doch die Umsetzung von politischen Leitplanken auf eidgenössischer und kantonaler Ebene lässt auf sich warten und behindert gar deren Einsatz. Ein Fehler, wie die meisten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung am 7. Bioenergie Forum in Bern meinten.

Hier können Sie die Medienmitteilung von Biomasse Suisse herunterladen.
Foto (von N. Tirro)

Die Präsentationen finden Sie hier.
 
 
 
 
30. März 2019
Schweizer Bauer - Der Absatz von Biodiesel steigt
Der Absatz von Biodiesel steigt exponentiell an. Dahinter steht auch Tamoil. Das Mineralölunternehmen baut in der Schweiz den Handel mit dem erneuerbaren Treibstoff in grossen Mengen auf. [...]
 
 
 
 
23. Januar 2019
Rückblick auf den Kongress Kraftstoffe der Zukunft 2019
Datum: 21. / 22. Januar 2019
Austragungsort: City Cube, Berlin

Fünf Verbände der deutschen Biotreibstoffwirtschaft organisierten den internationalen Fachkongress für erneuerbare Mobilität, bei dem die neue europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) im Fokus der Diskussionen stand. Mehr als 550 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus über 30 Ländern haben am Fachkongress «Kraftstoffe der Zukunft» teilgenommen. Das Kernziel der RED II ist, der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 32 Prozent bis zum Jahr 2030 zu steigern. Der Mindestanteil erneuerbarer Energien soll im Verkehr von zehn im Jahr 2020 auf 14 Prozent im Jahr 2030 ansteigen. [...]
 
 
 
 
14. November 2018
Biotreibstoffe - Die Qualität aller Prozesse muss stimmen
Berichterstattung über den 1. Branchentag von Biofuels Schweiz:
 
 
 
 
25. September 2018
Futur antérieur - Drôles de déchets: rouler à l'huile de friture!
Radio Télévision Suisse

Interview avec Jean-Pierre Passerat, Léman Bio Energie SA:

Play RTS
MP3
 
 
 
 
20. August 2018
Aus toten Tieren wird Treibstoff und Brennmaterial
Tote Tiere kommen in den Container der kommunalen Tierkörpersammelstelle - beispielsweise in Baden. Die Tierkörper aus der Sammelstelle landen am Schluss im GZM Extraktionswerk AG in Lyss. Die Tochterfirma der Centravo verwertet für den westlichen Teil der Schweiz alle Tierkadaver oder Schlachtabfälle, die nicht für die Weiterverwendung als Tierfutter geeignet sind.
«Bei uns wird alles rezykliert. Es kommen nur super ökologische Produkte raus», sagt GZM-Sprecher Georg Herriger. Ein totes Kalb aus Baden endet also als Wasser in der Aare, als Biodiesel im Tank oder als Brennstoff bei der Jura Cement.

Ganzer Artikel: SRF Regionaljournal
 
 
 
 
08. September 2017
Steuerbefreiung beibehalten
Der Verband der Schweizerischen Biotreibstoffindustrie hat den Schweizer Bioethanol- und Biodieselmarkt in den letzten vier Jahren kräftig gepusht.

"Wir fordern zusammen mit dem Schweizerischen Gewerbeverband sgv, dem Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG und der Erdölvereinigung EV sowie mit Migros und Coop, dass die Steuerbefreiung von Biotreibstoffen bestehen bleibt."

Nebst der Steuerbefreiung ist die Qualität der Biotreibstoffe wichtig. Zukünftig werden Schulungen für das Bewirtschaften von Tanklagern usw. durchgeführt.

Ganzer Artikel in der Septemberausgabe 2017: Gewerbezeitung online
 
 
 
 
30. März 2017
Bioethanol: Umweltschutz oder Marketing?
Seit 2015 mischen die Mineralölkonzerne dem Schweizer Benzin Bioethanol bei. Dadurch können sie CO2 kompensieren, zudem erhalten sie finanzielle Zuschüsse. Das verwendete Bioethanol muss allerdings strenge Kriterien erfüllen.
[...]

Autoumweltliste 2017
 
 
 
 
15. September 2014
KliK: Programm Biotreibstoffe
Ersatz von Benzin durch Bioethanol oder von Dieselöl durch Biodiesel oder HVO, jeweils rein oder in beliebiger Beimischung und entweder aus Inlandproduktion oder Import.

Programm Nummer BAFU: 0063
 
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