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Heizöl Bio
Heizöl Bio ist die Bezeichnung für flüssige Brennstoffe, die mindestens 8 % Bioanteil besitzen. Als biogene Produkte zur Beimischung beim fossilen Heizöl Extraleicht kommen insbesondere FAME nach SN EN 14214 und HVO nach SN EN 15940 in Frage. Die ökologischen und sozialen Anforderungen bei der Herstellung sind dieselben wie beim Biotreibstoff. Die Rohstoffe dürfen nicht in Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln stehen. Als Heizöl Bio100 wird der Einsatz von 100 % FAME bezeichnet.

Die Schweizer Heizölnorm SN 181160-2 wird aktuell überarbeitet und mit Heizöl Bio ergänzt. Die Zahl hinter dem Wort Bio entspricht dem beigemischten Bioanteil in Volumenprozent (die Auflistung ist provisorisch):
  • Heizöl Bio10:  8,0 - 10,9 %

  • Heizöl Bio20:  20,0 - 23,0 %

  • Heizöl Bio40:  40,0 - 43,0 %

  • Heizöl Bio50:  50,0 - 53,0 %

Weitere Informationen zum Thema Normung finden Sie im Kapitel Qualitätsmanagement.

Heizöl Bio ist eine neue Qualität von Heizöl extraleicht und muss gemäss Mineralölsteuerverordnung Kapitel 7 mit Farb- und Kennzeichnungsstoff versehen werden. Auf diese Weise werden Verwechslungen zwischen Heizöl und Treibstoff verhindert.
 
 
 
FAME als Brennstoff
Unter Fatty-Acid-Methyl-Ester (FAME) versteht man Biodiesel, der durch Umesterung pflanzlicher oder tierischer Fette und Öle gewonnen wird. Bei der Umesterung wird die Alkoholkomponente eines Esters gegen eine andere getauscht, im Falle von FAME wird Glycerin durch Methanol ersetzt.

FAME steht in der Schweiz als biogener Flüssigbrennstoff im Vorderung. Bis zum Herbst 2020 wird die Heizölnorm SN 181160-2 erweitert, damit FAME dem Heizöl Extraleicht beigemischt und als Heizöl Bio verkauft werden kann. Die nachgefragten Mengen werden durch Schweizer Produktion und den Import abgedeckt.

Aktuell werden noch weiterführende Unterlagen zu FAME als Brennstoff erarbeitet. Sobald diese Informationen verfügbar sind, werden sie an dieser Stelle veröffentlicht.
 
 
 
HVO als Brennstoff
Als Hydrierte Pflanzenöle (HVO, englisch Hydrotreated Vegetable Oils) werden Pflanzenöle bezeichnet, die durch eine katalytische Reaktion mit Wasserstoff (Hydrierung) in Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden. Durch diesen Prozess werden die Pflanzenöle in ihren Eigenschaften an fossile Treib- und Brennstoffe (insbesondere Dieselöl) angepasst, damit sie diese als Beimischung ergänzen oder auch vollständig ersetzen können. Bei HVO ist insbesondere die gute Lagerstabilität hervorzuheben.

Da sich HVO auch als Treibstoff einget und vor allem beim Flugverkehr immer mehr nachgefragt wird, ist der primäre Einsatzort von HVO nicht im Heizungsbereich zu erwarten.
 
 
 
Programm Biobrennstoffe
Das Programm biogene Flüssigbrennstoffe wurde nach dem abgelehnen Gesuch von Seiten BAFU im Frühjahr 2020 neu gestartet. Das Ziel des Programmes ist es, dass durch den Einsatz von biogenen Flüssigbrennstoffen wie zum Beispiel FAME und HVO CO2 kompensiert wird. In der Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des Programmes befinden sich neben Biofuels Schweiz neu auch die KliK und Avenergy Suisse. Weitere Informationen folgen zur gegebenen Zeit.
 
 
 
MuKEn
Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich


Ausgangslage
Die MuKEn bilden ein von den Schweizer Kantonen gemeinsam erarbeitetes Gesamtpaket energierechtlicher Vorschriften im Gebäudebereich. Die MuKEn 2014 sind die konsequente Weiterentwicklung der MuKEn 2008 und MuKEn 2000, sowie der Musterverordnung rationelle Energienutzung in Hochbauten von 1992.

Sie haben ein hohes Mass an Harmonisierung im Bereich der kantonalen Energievorschriften zum Ziel, um die Bauplanung und die Bewilligungsverfahren für Bauherren und Fachleute, die in mehreren Kantonen tätig sind, zu vereinfachen. Die Harmonisierung wird durch die Verwendung von gemeinsam erarbeiteten Formularen und Vollzugshilfen zusätzlich unterstützt.

Ein nach MuKEn 2014 realisierter Neubau wird noch rund 3,5 Liter Heizöl-Äquivalente an Wärmeenergie verbrauchen, umfassend sanierte Gebäude rund 8 Liter Heizöl-Äquivalente. Die Verbrauchsvorgaben sind seit 1975 um über 75% gesenkt worden.

Verbindlich werden die Vorschriften aber erst, wenn die Kantone sie in ihre Energiegesetze übernehmen. Während einige Kantone dies bereits getan haben, steht die politische Debatte in anderen noch bevor.



MuKEn-Lösung mit biogenen Flüssigbrennstoffen
Jeder Kanton gestaltet die Umsetzung der MuKEn individuell. In einigen Kantonen gehen die Vorschriten in die Richtung, dass Heizöl Bio als Lösung anerkannt wird. Dies ist aktuell bei folgenden Kantonen im Gespräch: AG, GL, SG, SH und TG.
 
 
 
Luftreinhaltung
Die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) soll Menschen, Tiere, Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume sowie den Boden vor schädlichen oder lästigen Luftverunreinigungen schützen. Sie regelt unteranderem im Anhang 5 die Anforderungen an Brenn- und Treibstoffe.

Naturbelassenes Pflanzenöl sowie Pflanzenölmethylester, der den Anforderungen der Norm SN EN 14214 entspricht, sind Heizöl «Extra leicht Öko» gleichgestellt.
 
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